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Feministische Studien online

Aktuelles

Aktuelles Heft

Das aktuelle Heft der feministischen studien "Universitäten im Wandel – Innenansichten aus der reformierten Hochschule" ist da!
Zum Inhalt:

www.feministische-studien.de/index.php

Das vollständige Heft steht zum Download auf der Seite des Verlags Degruyter zur Verfügung

 

In eigener Sache

Mit diesem Heft erscheinen die feministischen studien­ zum ersten Mal im Verlag de Gruyter. De Gruyter hat den Verlag Lucius­ und Lucius und damit auch die feministischen studien zum Jahreswechsel 2015/2016 übernommen. Auch wir als Herausgeberinnen wurden von dieser Nachricht im November­ 2015 überrascht. Nach ersten Gesprächen mit Verlagsvertreter_innen von de Gruyter, in denen es unser Anliegen war, sicherzustellen, dass sich Ausrichtung, Inhalt und Gestalt der Zeitschrift nicht grundlegend ändern werden, sind wir zuversichtlich, auch im neuen Verlag gut aufgehoben und verlegerisch betreut zu sein.
Wir möchten die Gelegenheit nutzen, uns an dieser Stelle bei unserem früheren Verleger Herrn Dr. Wulf von Lucius für die über viele Jahre gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zu bedanken, unser Dank gilt auch Frau Isolde Grässer als ehemaliger Mitarbeiterin des Verlags und Frau Claudia Rupp, Stuttgart, die für den Satz verantwortlich war.

Claudia Gather, Sabine Hark, Friederike Kuster, Regine Othmer,
Birgit Riegraf, Tanja Thomas als Herausgeberinnen

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Download aktuell

    • Das vollständige Heft 1/2016 steht auf der Seite des Verlags Degruyter zum Download zur Verfügung

    Calls for Papers H.2/2016

    Arbeitstitel: Gender und Politiken der Migration

    Männer galten lange als Pioniere der Migration – ähnliche Verzerrungen wiederholen sich gegenwärtig beim Thema Flucht. Medial vermittelt werden Bilder von jungen Männern auf der Flucht, verwiesen wird auf Statistiken, die zeigen sollen, dass Frauen nur ein Drittel der Fluchtbewegungen in Deutschland ausmachen. Diese Darstellung folgt auf den ersten Blick einer geschlechtersensiblen Perspektive; sie unterschlägt jedoch nicht nur, dass Frauen oftmals über andere, unsichtbarere Wege flüchten und migrieren, sie reproduziert auch eine Reihe reifizierender Annahmen über Weiblichkeit und Männlichkeit, wenn beispielsweise davon die Rede ist, dass Männer aufgrund ihrer körperlichen Stärke besser für die Flucht gerüstet wären. In diesem Sinne bedarf es Forschungen, die einen Blick hinter die Zahlen werfen und sich vielmehr den komplexen Prozessen und Politiken der Vergeschlechtlichung von Flucht und Migration zuwenden. Insbesondere das europäische Grenzregime wird weiterhin zumeist geschlechtsneutral gedacht. Hier sind Analysen gefragt, die sich mit den vergeschlechtlichten Erfahrungen und Praktiken des Flüchtens und Ankommens, den Artikulationen von Gender im Grenzregime als Filter und Ort der Zuteilung und Verweigerung von Rechten oder der Frage nach dem Geschlecht in Praktiken des Widerstands als auch des Helfens auseinandersetzen.

    Der fehlende Bezug zu den Gender Studies in Forschungen zu Flucht und Grenze ist umso erstaunlicher, als in den letzten Jahrzehnten die Analysekategorie Geschlecht verstärkt Einzug in die Migrationsforschung gehalten hat. So beschreiben Castles und Miller (1993) die Feminisierung der Migration als wesentliche Strukturdimension der weltweiten Wanderbewegungen: Frauen würden nicht nur mehr migrieren als früher, sondern in manchen regionalen Migrationssystemen die Mehrheit der Arbeitsmobilen bilden. Feministische Forschungen wiesen darüber hinaus auch auf weltweite polit-ökonomische Restrukturierungen hin, die eine strukturelle Feminisierung von Arbeit und Verantwortung im globalen Maßstab nach sich zögen.

    Während mit dem Fokus auf die Feminisierung der Migration auf den male-bias der klassischen Migrationsforschung und auf die zentrale Rolle von Frauen in den Migrationsbewegungen hingewiesen wurde, ist nun der Blick auf die multiplen, ungleichzeitigen und widersprüchlichen Einschreibungen, Anrufungen und Effekte von Gender und Sexualitäten in Migrationsprozessen zu erweitern. Denn die Überbelichtung des differenztheoretischen Paradigmas der Feminisierung läuft Gefahr, stereotype Geschlechtszuschreibungen, Zweigeschlechtlichkeit und Heteronormativität weiter zu stabilisieren und aktuelle Dynamiken nicht wahrzunehmen. Die zentrale Herausforderung besteht darin, zu zeigen, wie Geschlecht und Sexualität in den Politiken und Praktiken des Regierens der Migration kontinuierlich genutzt, eingeschrieben und angerufen werden. Das geplante Schwerpunktheft der feministischen studien (02/2016) lädt in diesem Sinn dazu ein, einen differenzierten Blick auf zentrale Felder des vergeschlechtlichten Regierens von Migration und Flucht, dessen ökonomische Dimensionen als auch auf Praktiken und Begehrensformen der migrantischen Akteur_innen zu werfen und Konzepte auszuloten, die der Prozesshaftigkeit und Ungleichzeitigkeit von Migration und Flucht und den in sie eingeschriebenen Machtverhältnissen gerecht werden. Wir freuen uns auf Beiträge, die sich aus unterschiedlichen disziplinären Perspektiven theoretisch-konzeptuell und/oder empirisch mit den aufgeworfenen Themen beschäftigen. Folgende Schwerpunkte scheinen uns von besonderem Interesse zu sein:

    • Neukonzeptionalisierungen des Verhältnisses von Migration und Geschlecht. Wie können aktuelle empirische Befunde zu vergeschlechtlichten Migrations- und Fluchtbewegungen theoretisch gedeutet werden? Inwiefern können etablierte Ansätze der Migrationsforschung unter Einbezug von geschlechter- und queertheoretischen Perspektiven neu ausgerichtet werden? Und umgekehrt: Wie wäre die Genderforschung unter der Perspektive der Migration neu auszurichten? Bieten sich neue Anschlüsse an transnationale und postkoloniale Feminismen? Wie wäre Migration als Forschungsperspektive wie Geschlecht oder ‚queer’ zu theoretisieren?

    • Die Instrumentalisierung feministischer Argumente und die Produktivität von Gender für das Regieren der Migration und Flucht. Inwiefern dient die Forderung nach einer verstärkten Berücksichtigung der Kategorie Gender oftmals weniger der Stärkung von Frauenrechten oder der Rechte von LGBTIQs, als der Abwertung und Ausgrenzung von ethnisch typisierten Anderen und der Durchsetzung repressiver Migrationspolitiken? Wie wird beispielsweise Gender in aktuellen Diskursen und Politiken zu Integration, Heiratsmigration, Familienzusammenführung oder Frauenhandel diskursiv genutzt, um Restriktionen zu legitimieren?

    • Die vergeschlechtlichten Perspektiven der migrantischen Subjekte. Welche Bedeutung haben Geschlecht und Sexualität(en) in der Konstruktion migrantischer Subjektivitäten und Praktiken? In welchem Verhältnis stehen die migrantischen Akteur_innen zu den vergeschlechtlichten Politiken und institutionalisierten Praktiken des Migrations- und Grenzregimes?

    • Migration, Geschlecht und Visuelle Kultur. Bilder spielen im aktuellen Migrationsregime eine zentrale Rolle: sie konfigurieren, wie Migration gesellschaftlich imaginiert und konkret verhandelt wird. Das Regieren der Migration findet auch und gerade im Bildraum statt. Dabei spielt Geschlecht eine wichtige Rolle, ebenso wie die Frage nach der Gewalt des Sichtbarmachens, der Blickdramaturgie und generell nach der Politik des Zeigens und Zirkulierens (siehe z.B. das Bild des ertrunkenen Kleinkindes AylanKurdi). Inwiefern tragen mediale Repräsentationen von Migration und Flucht zur Konstruktion von Geschlechterstereotypen bei? Welche Bedeutung kommt diesen Repräsentationen in restriktiven Migrationspolitiken zu? Was hat es mit den mittlerweile geradezu etablierten Überschneidungen von Aktivismus und künstlerischen Strategien auf sich? Inwiefern sind alternative (künstlerische) Bildproduktionen möglich, die an der Auflösung rassifizierter und/oder geschlechtlicher Stereotypen mitwirken?

    • Ökonomien der Migration und die Rekonfiguration von Geschlecht. Inwiefern haben sich in Folge der globalen Krise(n) die Rahmenbedingungen der Migration für Frauen und Männer in unterschiedlicher Weise verändert? Wie sind Prekarisierungsprozesse im Zuge veränderter Arbeitsmarktpolitiken entlang von Geschlecht ausgestaltet? Inwiefern zieht die Verschärfung von Ein- oder Ausreisebestimmungen eine diskursive/politische Unterscheidung zwischen erwünschten und unerwünschten bzw. produktiven und unproduktiven Migrant_innen nach sich und wie vergeschlechtlicht ist diese? In welche historischen Erfahrungen sind die aktuellen Entwicklungen der vergeschlechtlichten Arbeitsmigration eingeschrieben?

    • Geschlechterperspektiven auf Flucht und Grenze. Wie kann das Grenzregime unter gendertheoretischen Überlegungen konzeptionalisiert und gedeutet werden? Welche Bedeutung kommt Geschlecht in der Ausgestaltung des Asylrechts und den damit verbundenen institutionellen Praktiken zu? Wie sind die Erfahrungen des Flüchtens und Ankommens vergeschlechtlicht? Inwiefern sind auch die Praktiken des migrantischen und aktivistischen Widerstands („actsofcitizenhip“, Engin Isin) sowie des Helfens und der sogenannten Willkommenskultur als vergeschlechtlichte zu denken?

    Die Zeitschrift feministische studien – Zeitschrift für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung Nr. 2/2016 wird 6 bis 8 Beiträge zu diesem Schwerpunkt enthalten, und zwar Aufsätze (bis 40.000 Zeichen) und Diskussionsbeiträge (bis 25.000 Zeichen), die nach einem peer-review-Verfahren ausgewählt werden. Erwünscht sind auch Tagungsberichte sowie Rezensionen oder Sammelrezensionen zu Veröffentlichungen, die sich vorzugsweise, aber nicht ausschließlich, mit dem Schwerpunkt dieses Heftes beschäftigen.

    An der Konzeption dieses Schwerpunktheftes wirken mit: Sabine Hess, Nanna Heidenreich, Johanna Neuhauser, Simona Pagano, Helen Schwenken und Tanja Thomas.

    Wir laden Sie herzlich ein, bis zum 07. November ein Abstract von bis zu 5.000 Zeichen (inkl. LZ) einzureichen. – Bitte schicken Sie das Abstract an

    manuskripte@feministische-studien.de

    Download des Calls for Paper als pdf

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